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Lyrik und Poesie Neuerscheinungen

Die Lyrik hat immer ein wenig zu kämpfen, um in der Öffentlichkeit wahrgenommen zu werden. Gedichtbände sind eher was für die Schulliteratur, so kann man meinen, wenn man auf die Bestsellerlisten blickt. Aber dennoch gibt es immer wieder zahlreiche Dichter und Poeten, die ihre gesammelten Gedichte in Verlagen unterbringen können. Wenn dies einmal nicht möglich ist, findet sich mehrfach eine alternative Lösung, die da Selbstverlag oder zum Beispiel BOD heißt.

Kurvendiskussion von Christian Engelken

Der Hannoveraner Autor Christian Engelken hat schon in der Vergangenheit mit seinem Gedichtband “Die Neuvermessung Hildesheim” für lokale Aufmerksamkeit gesorgt. Sein neues Lyrik Werk trägt den Titel “Kurvendiskussion” und lässt vermuten, dass sich der Autor Engelken wie in der Vergangenheit mit Witz, Verve und Wortliebe einem Thema widmet, bei dem der Leser zunächst vermuten würden, dass es sich dabei um Mathematik handelt. Aber weit gefehlt. Engelken dichtet auf andere Kurven – Kurven, die oftmals unsere Leben im Genuss und auch in weitesten Sinne in wirtschaftlicher Hinsicht bestimmen. Er reflektiert in seiner Poesie Aktualität und Reimkunst. Christian Engelken ist Mitglied bei den “Hildesheimer Autoren”. Das Buch kostet 12,90 Euro und ist Anton G. Leitner Verlag erhältlich.

Distanzen von Patrick Salmen

Patrik Salmen ist Poetry Slammer und ein ziemlich erfolgreicher. Der Poetry Slam mit seiner unterhaltsamen Kombination aus Wortakrobatik und künstlerischem Wettstreit hat schon viele interessante Dichter ans Tageslicht gebracht. Patrik Salmen bildet da keine Ausnahme. Der in Wuppertal lebende Künstler stellt mit “Distanzen” eine gelungene Sammlung seiner Kunst vor. Am besten erlebt man jedoch immer Poetry Slammer live auf der Bühne aber zur Vorbereitung kann diese Werk ein gutes Werkzeug sein. Das Buch “Distanzen” von Patrik Salmen ist für 9,90 Euro im Lektora Verlag erschienen.

Was mache ich mit digitalen Urlaubsbildern

Wer kennt nicht die folgende Herausforderung: Der Urlaub ist zu Ende. Wie immer viel zu schnell und was nun mit den zahlreichen digitalen Urlaubsbildern.

Da gibt es seit einiger Zeit eine ideale Lösung, um die digitalen Urlaubsbilder in ein Fotobuch mit bleibendem, realen Erinnerungswert umzuwandeln. Der Weg dahin ist kinderleicht. Es braucht nur einige Klicks und schon erhält der Urlaubsfreund nach einigen Tagen die besten Fotografien gedruckt und in einem Band. Das Fotobuch ist ebenso eine lohnende Anschaffung, wenn es gilt, die Angehörigen mit einem kleinen Geschenk zu versorgen, sodass diese sehen können, wie der Urlaub war.

Ein Fotobuch für viele Anlässe

Ein Fotobuch eignet sich aber auch für zahlreiche weitere Anlässe. Egal, ob es sich dabei um ein rundes Jubiläum oder einen Kindergeburtstag handelt.
Die Handhabung der Internetseite und der dahinter arbeitenden Software ist sehr intuitiv. Es können reibungslos Bilder hochgeladen werden. Das ermöglicht auch Computerlaien eine schnelle Übermittlung ihrer Bilder. Selbstverständlich lassen sich die Bilder drehen und in einem gewissen Rahmen verändern und anpassen. So ist gewährleistet, dass die richtigen Fotos in der spätere Album kommen. Die Hintergrundgestaltung für das Fotobuch ist ebenfalls vielfältig. Es ist sehr simple einen passenden Rahmen für die Urlaubsfotos zu finden.
Alles in allem sind Fotobücher, die aus gedruckten Urlaubsimpressionen bestehen, eine super Idee die Daheimgebliebenen mit einem schönen Geschenk zu überraschen.

Frühe Prekariatsgeschichte – Von Wiener Elendsquartieren

Wien 1904: Der Wiener Journalist Emil Kläger und der Strafrichter Hermann Drawe machen sich auf den Weg in den Untergrund – im wahrsten Sinn des Wortes: In der Kanalisation der wachsenden Metropole dokumentieren sie das Leben der Ärmsten.

Von 1905 bis 1908 berichtet Kläger in einem Lichtbildervortrag an der Wiener Urania das, was er gesehen und was Drawe fotografiert hat. Die Veranstaltung wird ein sensationeller Erfolg. Mehr als 300 Mal lässt er seine Zuhörer und Zuseher in die Welt der Obdachlosen, Bettgeher, Strottern und Nachtasylanten blicken. Aus dem Vortrag wird 1908 ein Buch: “Durch die Wiener Quartiere des Elends und Verbrechens. Ein Wanderbuch aus dem Jenseits” ist nun wieder als Faksimile-Ausgabe erhältlich. Es zeigt ein ganz anderes Bild des oft verklärten Fin de siècle.

Klägers “Wanderbuch aus dem Jenseits” wirft Licht in jene dunklen Winkel der Stadt, die sonst verborgen bleiben. Die Fotos des Strafrichters Hermann Drawe zeigen Gesichter, die in eine andere Welt schauen, weil sie in der hiesigen alles gesehen haben. Kläger holt sie wieder vor die Augen seiner staunenden Leser. Ein ausführliches Nachwort gibt Auskunft über Kläger und seine Zeit.

Emil Kläger (1880-1936) war Redakteur der Zeitung “Die Zeit”, später Mitarbeiter des “Neuen Wiener Journals”, des “Wiener Tagblatts” und der “Neuen Freien Presse”. Er publizierte Feuilletons, Theaterkritiken und Berichte aus dem Gerichtssaal. Kläger leitete eine wöchentliche Premierenvorschau von Radio Wien und lehrte Theatergeschichte an der Akademie für Musik und darstellende Kunst.

Emil Kläger
Durch die Wiener Quartiere des Elends und Verbrechens. Ein Wanderbuch aus dem Jenseits
Herausgegeben und mit einem Nachwort von Ernst Grabovszki
danzig & unfried 2011
ISBN 978-3-902752-01-7
300 Seiten, EUR 24,95

Webverzeichnis für Kleinverlage

Seit gestern bietet der Kleinverleger Torsten Low einen weiteren Service an: Auf seinem redaktionellen Webverzeichnis “kleinverlage-liste.de” finden Autoren und interessierte Leser deutschsprachige Kleinverlage abseits der zahlreichen Dienstleister. Low: „Die Liste filtert jene Kleinverlage heraus, die nicht nach dem Dienstleistungsprinzip arbeiten, sondern ihr Angebot nach gewissen Qualitätsansprüchen zusammenstellen und vom Autor keine Druckkostenzuschüsse verlangen.“ So hilft die Liste einerseits Lesern, unter der Vielzahl an Verlagen ein Buchprogramm nach ihrem Geschmack zu finden und andererseits Autoren ihre Manuskripte gezielt anzubieten. Kleinverleger haben die Möglichkeit ihren Bekanntheitsgrad zu steigern – auch ohne große Werbekosten.

Kleine Verlage – große Philosophie

Verlag ist nicht gleich Verlag. Besonders bei den mittlerweile zahlreichen Kleinverlagen, gibt es gravierende Unterschiede hinsichtlich der Qualität des Buchangebots und der Autorenbetreuung. Torsten Low, selbst seit 2005 nebenberuflicher Kleinverleger, kennt die Branche aus eigener Erfahrung. „Da sind einerseits die Druckkostenzuschuss-Verlage, bei denen jeder Autor sein Buch verlegen kann“, erklärt Low. „Die literarische Qualität ist egal – Hauptsache, er zahlt.“ Er selbst hat hierbei – wie viele andere nicht dienstleistungsorientierte Kleinverlage – eine andere Philosophie: Low will talentierten Nachwuchsautoren eine echte Chance geben, sich auf dem Buchmarkt zu etablieren. Deshalb nimmt der Verleger ein Manuskript nur dann unter Vertrag, wenn es seine Qualitätsansprüche erfüllt. Doch hat ihn ein Buch erst einmal überzeugt, bekommt der Autor seine volle Unterstützung. Low: „Der Autor hat mit dem Buch seinen Teil der Leistung erbracht. Nun bin ich als Verleger dran und leiste persönliche Betreuung, ein angemessenes Honorar und Hilfe bei der Vermarktung.“

Eine Hilfe bei der Verlagssuche

Für Autoren auf Verlagssuche ist es jedoch schwierig, in den unendlichen Weiten des World Wide Web die Spreu vom Weizen zu trennen. Selbst mit Hilfe von Suchmaschinen gerät man hier schnell an seine Grenzen. So liefert eine Suchmaschine für das Schlagwort „Kleinverlage“ zwar mehr als 70.000 Ergebnisse, wirft dabei aber Dienstleistungs-, Selbst- und Kleinverleger in einen Topf. Dies ist nicht nur für Autoren frustrierend: „Aufgrund fehlender Buchhandelspräsenz und minimalen Werbebudgets, sind kleine Verlage auf das Internet als Marktplatz angewiesen“, erklärt Low, „und immer mehr Leser haben auch durchaus starkes Interesse an deren alternativem Literaturangebot – sie finden sie nur nicht.“ Auch Low, der sich gerne mit anderen, gleich gesinnten Kleinverlagen vernetzen wollte, stieß bei seiner Recherche auf dieses Problem und nahm sich diesem kurzerhand an. Am 1. Mai ging seine Liste deutschsprachiger Kleinverlage online, die Autoren, Kleinverleger und Leser zusammenbringen soll. Low: „Für die Liste habe ich entsprechende Kleinverlage gesammelt und den jeweiligen Genres zugeordnet“. Leser finden so schnell das passende Buchangebot und Autoren adäquate Verleger. Letztere haben auf der neuen Website ihre Philosophie und das Verlagsprogramm bekannter zu machen.